Akademie der Künste Berlin: Trauer um Wolfgang Rihm
Der Komponist war seit 1986 Mitgied der Akademie
Der Komponist und Musikwissenschaftler Wolfgang Rihm, geboren am 13. März 1952 und seit 1986 Mitglied der Akademie der Künste Berlin, ist am 27. Juli 2024 in Karlsruhe gestorben. Wolfgang Rihm, der 1972 parallel zum Abitur an der Karlsruher Musikhochschule bereits sein Kompositionsexamen ablegte und anschließend bei Karlheinz Stockhausen in Köln und Klaus Huber in Freiburg seine Studien fortsetzte, gilt als wichtigster deutscher Komponist seiner Generation. Dank seiner unermesslichen Komponierfreude und seines Schaffensdrangs hinterlässt Rihm ein großes, in Stil und Gattung vielgestaltiges und einzigartiges Œuvre, das weltweit prägender Bestandteil der Programme der großen Konzert- und Opernhäuser ist.
Seit 1985 war Wolfgang Rihm Professor für Komposition an der Musikhochschule Karlsruhe. Darüber hinaus wirkte er als Sprachrohr für die Szene der zeitgenössischen Musik und engagierte sich kulturpolitisch, als Präsidiumsmitglied des Deutschen Komponistenverbands, des Deutschen Musikrats, als Kuratoriumsmitglied der Heinrich-Strobel-Stiftung und Mitglied des GEMA-Aufsichtsrates. Bis zuletzt war er Künstlerischer Leiter der Lucerne Festival Academy und in die Planungen des Lucerne Festivals direkt eingebunden.
Rebecca Saunders, Mitglied der Akademie der Künste, würdigt Wolfgang Rihm:
„Mit seinem Tod verlieren wir einen Komponisten von größter Bedeutung und einen der herausragendsten Musiker und Denker unserer Zeit. Sein enormes Werk zeigt eine verblüffende Universalität – eine Musik, die zutiefst körperlich und leidenschaftlich ist und eine lebensbejahende Kraft und Intensität verkörpert. Er kämpfte konsequent gegen polemisches Denken und ermutigte jeden seiner vielen Schüler zu einer entschieden persönlichen Ästhetik. Die Neugierde, die Begeisterung und die Leidenschaft, mit der er sich mit Musik – jeglicher Musik – auseinandersetzte, war ansteckend – das und seine außergewöhnliche Großzügigkeit des Geistes. Seine Musik und seine Worte waren nicht an Dogmen gebunden. Er hielt die Fahne hoch für eine ungezügelte Freiheit des künstlerischen Ausdrucks, ein Leuchtfeuer für einzigartige, unmittelbare und autonome Kunst. Sein Tod reißt ein Loch in unser gemeinsames musikalisches und kulturelles Leben. Ein unersetzlicher Verlust.“
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