L' Adoration de la Terre
Nadezda Pasareva | Georgy Tchaidze
Genuin GEN 26968
1 CD • 67min • 2025
24.06.2026
Künstlerische Qualität:![]()
Klangqualität:![]()
Gesamteindruck:![]()
Seinerzeit war Igor Strawinskys Orchesterwerk Le Sacre du Printemps ein ziemlicher Schocker, Publikumsskandal inklusive. Auch in der Fassung für Klavier vierhändig ist die Wirkung fulminant, wenngleich eine andere. Wenn es in der Orchesterfassung ans Eingemachte geht und das Rituelle mit geradezu existenzieller Wucht auf Hörer einprasselt, ist es in der Klavierfassung der analytische Blick, der fasziniert, zumal wenn man das Werk so transparent und präzise wie das Klavierduo Nadezda Pisareva und Georgy Tschaidze spielt. Die beiden widmen sich Strawinskys Klavierfassung mit klarem Blick, analytischer Präzision und gutem Timing. Nur gelegentlich fehlt das letzte Quäntchen Wucht, der letzte Wumms, der aus einer beeindruckenden eine existentielle Hörerfahrung macht.
Ausgezeichnetes Ergebnis
Das mag vielleicht auch an dem verwendeten Steinway-Flügel liegen, der eher analytisch-nüchtern und diskantbetont als satt und voluminös klingt. Natürlich ist das die pianistische Königsklasse, der Mainstream, aber statt rituellem Klangzauber gibt es so einen ebenso detailreichen wie präzisen Blick in Strawinskys Vision des heidnischen Russland. Ergänzt haben Pisareva und Tschaidze das Programm durch Werke von Claude Debussy und Béla Bartók, die zeitlich und stilistisch gut zu Strawinskys Sacre passen. In Debussys Six Epigraphes antiques ist es die Mischung von impressionistischer Klanglichkeit und archaischen Anklängen, die fasziniert, Bartóks nicht zuletzt von Debussy inspirierte und farbenreiche Two Pictures fügen sich hier bestens ein. Das Klavierduo widmet sich dieser Musik mit ebensolcher Präzision, Klarheit und Klangsinnlichkeit wie bei Strawinsky. Das Ergebnis ist kann sich hören lassen.
Guido Krawinkel [24.06.2026]
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Komponisten und Werke der Einspielung
| Tr. | Komponist/Werk | hh:mm:ss |
|---|---|---|
| CD/SACD 1 | ||
| Igor Strawinsky | ||
| 1 | Le sacre du printemps (Das Frühlingsopfer, vierhändige Fassung des Komponisten für Klavier) | 00:33:55 |
| Claude Debussy | ||
| 15 | Pour invoquer Pan, dieu du vent L 131 Nr. 1 (aus: Six épigraphes antiques) | 00:02:22 |
| 16 | Pour un tombeau sans nom L 131 Nr. 2 (aus: Six épigraphes antiques) | 00:04:06 |
| 17 | Pour que la nuit soit propice L 131 Nr. 3 (aus: Six épigraphes antiques) | 00:02:29 |
| 18 | Pour la danseuse aux crotales L 131Nr. 4 (aus: Six épigraphes antiques) | 00:02:17 |
| 19 | Pour l'Égyptienne L 131 Nr. 5 (aus: Six épigraphes antiques) | 00:02:48 |
| 20 | Pour remercier la pluie au matin L 131 Nr. 6 (aus: Six épigraphes antiques) | 00:02:23 |
| Béla Bartók | ||
| 21 | In Full Flower op. 10 Nr. 1 | 00:07:32 |
| 22 | Village Dance op. 10 Nr. 2 | 00:08:54 |
Interpreten der Einspielung
- Nadezda Pisareva (Klavier)
- Georgy Tchaidze (Klavier)
