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Besprechung CDEmilie Mayer

Emilie Mayer

String Quartets Vol. 2
Constanze Quartett

cpo 555 601-2

1 CD • 68min • 2023

20.07.2026

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 10
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Sie war in Vergessenheit geraten, wurde aber in den letzten Jahren wieder entdeckt: die Komponistin Emilie Mayer, geboren 1812 in Friedland (Mecklenburg), gestorben 1883 in Berlin. Um 1840 zog sie nach Stettin, um Unterricht bei Carl Loewe zu nehmen, der dort als Musikdirektor wirkte. Und Loewe war es auch, der einige Jahre später ihre ersten Symphonien aufführte. In ihrer langen Schaffenszeit komponierte Emilie Mayer unter anderem acht Symphonien, fünfzehn Ouvertüren, darunter die bedeutende zu Goethes Faust, und zahlreiche Kammermusik- und Vokalwerke.

Starkes g-Moll-Quartett

Die auf der neuen CD eingespielten Streichquartette in g-Moll op. 14 und in F-Dur zeigen, dass die Komponistin die musikalische Satzkunst perfekt beherrschte und dass es ihr nicht an Ideen fehlte. Besonders das g-Moll-Quartett, vermutlich das späteste in der Reihe der erhaltenen Quartette, strahlt Einfallsreichtum und kunstvolle Durchführungstechnik aus. Auf einen kontrastreichen Kopfsatz folgt ein Scherzo, dass zwischen Lyrik und Dramatik pendelt. Das Es-Dur-Adagio lässt den Choral Wer nur den lieben Gott lässt walten anklingen, das rasante Finale verbindet Elemente von Toccata und Marsch – ein insgesamt geschlossenes, zupackendes Werk.

Schwächeres F-Dur-Quartett

Diese Höhe wird im F-Dur-Quartett, das früher entstand, nicht erreicht. Zwar werden auch hier die vier Instrumente mit reizvollen Aufgaben bedacht, doch der gesamte Duktus des ersten Satzes bewegt sich im gefälligen Bereich. Dies gilt auch für das gemächliche Scherzo, das fast wie ein Menuett daherkommt, und für das sehr ausgedehnte Andante in Form von Variationen. Auch das Finale verbleibt bei der gemütlichen Gesamtstimmung.

Das Constanze Quartett, bestehend aus vier Damen aus verschiedenen Ländern, die sich in Salzburg zusammengefunden haben, widmet sich den beiden Werken mit Elan und Akribie. Emeline Pierre Larsen und Sara Mayer (Violine), Elen Guloyan (Viola) und Julia Ammerer-Simma (Violoncello) harmonieren vorzüglich, wissen dezent zwischen Führungs- und Begleitaufgaben zu variieren, passen die Dynamik gefühlvoll an und sorgen für stetige Innenspannung. Dies kommt vor allem dem g-Moll-Quartett zugute.

Beispielhaftes Booklet

Das Booklet enthält in deutscher und englischer Sprache einen lesenswerten Beitrag von Bert Hagels, der nicht nur der Biografie von Emilie Mayer auf die Spur kommt, sondern die beiden Quartette eingehend analysiert. Bis auf die Sekundenangaben genau schildert er die thematischen, motivischen Vorgänge in den einzelnen Sätzen – perfekte Anregung zu einer Entdeckung von Feinheiten beim Hören!

Prof. Klaus Trapp [20.07.2026]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Emilie Mayer
1Streichquartett g-Moll op. 14 00:31:03
5Streichquartett F-Dur 00:36:52

Interpreten der Einspielung

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