Pioneers of the Bassoon / Pioniere des Fagotts
Almenräder • Heckel
MDG 903 2393-6
1 CD/SACD stereo/surround • 79min • 2025
11.08.2026
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Gesamteindruck:![]()
Zwei „Pioniere des Fagotts“ sind auf dieser Aufnahme miteinander vereint. Carl Almenräder (1786 – 1843) wirkte seit 1831 als Instrumentenbauer in Biebrich bei Wiesbaden zusammen mit Johann Adam Heckel (1812 – 1877), dessen Nachfahre Wilhelm Heckel (1879 – 1962) mit einer Komposition auf der CD vertreten ist. Übrigens existiert die Firma Wilhelm Heckel mit der Produktion für Holzblasinstrumente bis heute.
Instrumentenbauer und Komponist
Carl Allmenräder war nicht nur ein Neuerer auf dem Gebiet der Fagott-Fertigung, sondern auch ein fruchtbarer Komponist. Im gleichen Jahr geboren wie Carl Maria von Weber, schrieb er in einem vergleichbaren Stil, wenn auch nicht mit dessen Einfallsreichtum und Originalität. Seine Duettinos op. 8 und Duos op. 10 sind unmittelbar auf zwei Fagotte zugeschnitten, sie verlangen neben schönem Ton in allen Lagen beträchtliche Virtuosität und genaues Zusammenspiel. Die jeweilige Satzfolge schnell-langsam-schnell erlaubt es, verschiedene Ausdrucksmöglichkeiten zu zeigen.
Kultiviertes Spiel
Die beiden Solisten Michael Kaulartz und Carl-Sönje Montag erfüllen diese Anforderungen perfekt. Sie vertiefen sich in das Spiel der Imitationen und Parallelfiguren, den Wechsel von Führung und Begleitung, die Differenzierung der Dynamik mit Akribie und Elan. Dabei kommt ihnen entgegen, dass Almenräder genau weiß, was man dem Fagott an Möglichkeiten entlocken kann.
Dies gilt auch für die Introduktion und Variationen op. 4 über das Thema „Es eilen die Stunden des Lebens so schnell dahin“ für Fagott und Klavier. Schnelligkeit ist dabei vor allem vom Fagottisten gefragt, während der Pianist sich neben einfacher Begleitung den lyrischen Zwischenspielen widmen darf. Dem französischen Pianisten Johann Blanchard gelingt dies im Changieren zwischen Aplomb und Delikatesse.
Originelles Konzert
Wie eine legere Zugabe wirkt die einzige Komposition von Wilhelm Hermann Heckel, das kleine Konzert für Fagott und Klavier mit dem Titel Meine Gedanken aus dem Jahr 1946, das gerade einmal 10 Minuten dauert. Da beweist ein Instrumentenbauer, wie er persönlich mit dem von ihm geschaffenen Ton-Werkzeug verbunden ist, und wie er Empfindung mit Technik zu verbinden weiß.
Prof. Klaus Trapp [11.08.2026]
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Komponisten und Werke der Einspielung
| Tr. | Komponist/Werk | hh:mm:ss |
|---|---|---|
| CD/SACD 1 | ||
| Carl Almenräder | ||
| 1 | Duettino B-Dur op. 8 Nr. 1 | 00:11:27 |
| 4 | Duettino Es-Dur op. 8 Nr. 2 | 00:12:29 |
| 7 | Duo op. 10 Nr. 1 | 00:15:32 |
| 10 | Duo op. 10 Nr. 2 | 00:18:05 |
| 13 | Introduktion und Variationen op. 4 (über das Thema Es eilen die Stunden des Lebens so schnell dahin) | 00:11:12 |
| Wilhelm Hermann Heckel | ||
| 14 | Meine Gedanken (Kleines Konzert für Fagott und Klavier) | 00:10:17 |
Interpreten der Einspielung
- Michael Kaulartz (Fagott)
- Carl-Sönje Montag (Fagott)
- Johann Blanchard (Klavier)

