Richard Bartmuß
Organ Sonatas 1 & 3, Chorale Fantasias
Friedhelm Flamme
cpo 555 788-2
1 CD • 70min • 2025
21.09.2026
Künstlerische Qualität:![]()
Klangqualität:![]()
Gesamteindruck:![]()
Klassik Heute
Empfehlung
Die Orgel der Marktkirche St. Cosmas und Damian in Goslar wurde 1970 mit 37 Registern von Karl Schuke erbaut, klassisch nach dem Werkprinzip aufgebaut und klanglich immer noch ein Kind des neobarocken Stilempfindens dieser Zeit. Damit wäre sie eigentlich nicht besonders dazu prädestiniert gewesen, romantische Orgelwerke aufzunehmen. Doch 2012 wurde die Orgel von Späth grundlegend umgestaltet und erweitert, u.a. durch einzelne Register und ein Auxiliarwerk. Hier hat Friedhelm Flamme, cpo’s Universalinterpret für Orgelmusik vom Barock bis zur Moderne, nun Werke von Richard Bartmuß aufgenommen. Romantischer geht es also nicht, Bartmuß ist nun mal gediegene Romantik pur. Zu hören gibt es neben der ersten und dritten Sonate auch zwei Choralphantasien und kleinere Werke. Das Ergebnis überzeugt durchweg. Hört man diese CD, käme man nicht auf die Idee, dass die Orgel mal neobarocke Wurzeln gehabt hätte, allenfalls das transparente, stets sehr gut durchhörbare Klangbild gibt einen Hinweis darauf, dass die Gene dieses Instrumentes nicht rein romantischen Ursprungs sind. Durch die Erweiterungen und eine Nachintonation hat die Orgel jetzt romantische Qualitäten, die Friedhelm Flamme auch sehr gelungen einsetzt.
Man sollte mehr Bartmuß hören und spielen
Der füllige Klang der Flöten ist wahrlich berauschend, im Tutti wird der Gesamtklang nie mulmig oder zu fett, Solostimmen, gerade auch im Pedal, zeichnen sehr schön und erlauben differenzierte Registrierungen. Die findet Flamme allemal. Die romantische Klangpalette wird sehr stimmig präsentiert und erfährt durch das überarbeitete originale Pfeifenmaterial eine sich gut einfügende Aufhellung. Im Endeffekt ist – soweit sich das allein aufgrund der Aufnahme beurteilen lässt – ein vielseitiges Universalinstrument entstanden, das eben gerade in der Romantik einige Stärken hat. Die Musik von Bartmuß tut ein übriges hinzu. Flamme spielt ebenso souverän wie tadellos und lässt diese spannende Musik im besten Licht erscheinen. Mit großer Ruhe etwa nimmt er lyrische Sätze, mit Feuer und Schwung spielt er etwa den Kopfsatz der ersten Sonate und auch die Toccata op. 36, wirklich sehr gelungene Stücke. Man sollte mehr Bartmuß hören und spielen, das ist die Quintessenz dieser hervorragenden CD.
Guido Krawinkel [21.09.2026]
Anzeige
Komponisten und Werke der Einspielung
| Tr. | Komponist/Werk | hh:mm:ss |
|---|---|---|
| CD/SACD 1 | ||
| Richard Bartmuß | ||
| 1 | Praeludium d-Moll op. 36 Nr. 1 | 00:03:42 |
| 2 | Sonate Nr. 1 Es-Dur op. 17 | 00:17:40 |
| 5 | Christ ist erstanden op. 44 Nr. 1 (Choralfantasie) | 00:10:35 |
| 6 | Jesu, meine Freude op. 44 Nr. 2 (Choralfantasie) | 00:12:58 |
| 7 | Sonate Nr. 3 G-Dur op. 39 | 00:15:00 |
| 11 | Gebet F-Dur op. 36 Nr. 2 | 00:03:39 |
| 12 | Toccata c-Moll op. 36 Nr. 6 | 00:06:27 |
Interpreten der Einspielung
- Friedhelm Flamme (Orgel)
