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Besprechung CDPaganini – his music, his instruments

Paganini – his music, his instruments

Carlotta Dalia & Goldmund Quartet

Berlin Classics 0304626BC

1 CD • 57min • 2026

29.09.2026

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 9
Klangqualität:
Klangqualität: 10
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 9

Immer noch scheinen manche Klassikhörer überrascht, wenn sie bemerken, dass Niccolò Paganini nicht nur hochvirtuoses Repertoire für seine legendären Auftritte als „Teufelsgeiger“ komponiert hat, sondern auch eine beachtliche Menge an Kammermusik mit Gitarre. Das Münchner Goldmund Quartett spielt seit einigen Jahren auf einem kompletten Satz von Stradivari-Instrumenten, die alle einst im Besitz Paganinis waren. Dazu gesellt sich nun noch Carlotta Dalia mit einer äußerst wohlklingenden Gitarre, an der Paganini ebenfalls bis zu seinem Tod festhielt und diese wohl stets auf seinen Reisen mitnahm, auch weil er sie als ganz schlechter Pianist beim Komponieren zu Hilfe nahm. So ergibt sich ein Ensemble mit historischen Instrumenten besonderer Art.

Von der Bratsche angeführtes Gitarrenquartett

Das letzte von Paganinis 15 Quartetten für Streichtrio und Gitarre wird ganz ungewöhnlich von der Bratsche angeführt, die nicht nur anfangs dominiert, wo die Gitarre zunächst nur reine Begleitfunktion übernimmt. Im Laufe der fünf interessanten Sätze kommt dafür jedes Instrument mindestens einmal zu seinem quasi solistischen Recht mit einer führenden Melodie, die Gitarre etwa im Mittelteil des hübschen, kanonischen Minuettos. Die Musik ist freilich keine Demonstration von Virtuosität, sondern echte anspruchsvolle Hausmusik mit immer eingängiger typisch italienischer, oft süffiger Melodik, zum Glück ohne falsche Sentimentalität. Die neue Aufnahme bildet dies mit Frische und Überzeugung faszinierend ab, liefert Klangfülle, nicht historisch-informiertes Understatement.

Paganini als Streichquartett-Komponist

Paganinis drei Streichquartette folgen formal ganz den großen Vorbildern der Wiener Klassik. Der viersätzige Zuschnitt des dritten Quartetts in a-Moll bringt daher nichts wirklich Überraschendes, kann jedoch zumindest mit einem sehr feinen Variationssatz beeindrucken. Interessanterweise zeigt das Goldmund Quartett bei seiner Darbietung des Presto-Finales auch mal nachdenklichere Momente als die Interpretation als reine Tarantella des Quartetto d’Archi Paganini in der Gesamtedition. An die Quartette Cherubinis kommt diese Musik allerdings nicht ganz heran.

Ein wenig verlorene Zugaben

Zusätzlich hören wir mit Frau Dalia eine ausdrucksvoll und technisch brillant vorgetragene Solo-Einrichtung Manuel Barruecos von Paganinis Sonate op. 3, Nr. 1 – ursprünglich für Violine & Gitarre – sowie eine Transkription eines Donizetti zugeschriebenen Liedes als Antwort auf Paganinis kleine Ghiribizzi. Ein wenig überflüssig erscheint allerdings die Fassung der berühmten 24. Violin-Caprice für Gitarre und Streichquartett, die auf Schumanns Klavierbegleitung der Capricen op. 1 aufsetzt. Hier hätte man vielleicht besser auf eine der Originalkompositionen Paganinis für Violine und Gitarre, etwa aus den Centone di Sonate, aufmerksam machen können. Raum auf der CD wäre dafür noch genügend gewesen. Das Booklet bringt ein Interview mit den Künstlern, keine für diese Stücke kaum nötigen Analysen. Aufnahmetechnisch ausgezeichnet, macht diese Veröffentlichung sicher Lust auf mehr Kammermusik des großen Violinvirtuosen.

Vergleichsaufnahmen: (Gitarrenquartett) Quartetto Paganini; (Streichquartett) Quartetto d’Archi Paganini (Dynamic CDS7734.40, 1991 u. 1994).

Martin Blaumeiser [29.09.2026]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Niccolò Paganini
1Quartetto Nr. 15 a-Moll MS 42 00:22:26
2Sonata A-Dur op. 3 Nr. 1 MS 27 für Violine (transkr. für Gitarre: Manuel Barrueco) 00:03:37
3Quartett Nr. 3 a-Moll M.S. 20 für 2 Violinen, Viola und Violoncello 00:23:51
Anon.
11Te voglio bene assaje (canzone napoletana, attribuita a Geatano Donizetti; transkr. für Gitarre: Carlo Marchione) 00:01:32
Niccolò Paganini
12Caprice a-Moll op. 1 Nr. 24 00:05:13

Interpreten der Einspielung

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