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UA 1893
23
Dezember
vor 133 Jahren
in Weimar
Ein Werk, das wie Tschaikowskys Nussknacker in der Weihnachtszeit auf allen Opernbühnen weltweit schlicht unverzichtbar ist, ist Engelbert Humperdincks Märchenoper Hänsel und Gretel. Seit ihrer Uraufführung am 23. Dezember 1893 im Weimarer Hoftheater durch Richard Strauss wurde das Werk zu einem Klassiker der Opernliteratur und hat seitdem Generationen von Kindern begeistert. Humperdinck sollte ursprünglich Architekt werden, studierte schließlich aber doch Musik, zuerst in Köln, wo er den „Mozart-Preis“ errang, dann in München bei Franz Lachner und Joseph Rheinberger. Hier wurde er mit dem Mendelssohn-Preis ausgezeichnet. 1881 holte ihn Wagner nach Bayreuth, 1885 ging er ans Konservatorium nach Barcelona und 1890 folgte er einer Berufung ans Hochsche Konservatorium in Frankfurt am Main. Mit seiner Märchenoper Hänsel und Gretel errang er 1893 einen grandiosen Welterfolg, der ihn finanziell unabhängig machte. Trotzdem übernahm er 1900 die Leitung einer Meisterklasse für Komposition an der Berliner Musikhochschule, die er zwanzig Jahre lang innehatte. Seinen Welterfolg hat Humperdinck eigentlich seiner Schwester Adelheid zu verdanken. Sie bat ihn, ihr zu „Brüderchen, komm, tanz mit mir“ ein Tanzlied zu schreiben. Das Lied, das er schrieb, gefiel allen so gut, dass Engelbert und Adelheid beschlossen, aus dem Märchen „Hänsel und Gretel“ ein Singspiel mit ähnlichen Liedern zu machen. Adelheid verfasste daraufhin einen Text nach der Vorlage aus Grimms Märchen, der wiederum Engelbert so gut gefiel, dass er zunächst unbeabsichtigt und eher nebenbei um die Kinderlieder herum eine komplette zweistündige Märchenoper komponierte. 1891 hatte er die Komposition als solche fertiggestellt, 1892 war die Partitur ausgearbeitet, 1893 trat Hänsel und Gretel mit der vorweihnachtlichen Nachmittagsvorstellung von Weimar aus mit einem in dieser Form nicht erwarteten Erfolg ihren Siegeszug rund um die Welt an. Humperdinck hatte sich dazu einer Volksliedsammlung bedient und daraus zwei oder drei Lieder übernommen. Dadurch hat er sich zu seinen eigenen „Volksliedweisen“ so einfühlsam inspirieren lassen, dass nicht mehr unterscheidbar ist, welches Lied von ihm stammt und welches tradiertes Volksgut ist, so dass Lieder wie Suse, liebe Suse, was raschelt im Stroh, Einmal hin, einmal her, Ein Männlein steht im Walde inzwischen selbst zum Volkslied geworden sind. Einer der Höhepunkte der Oper ist der Abendsegen Abends, wenn ich schlafen geh'. Humperdinck wurde am 1. September 1854 in Siegburg am Rhein geboren. Er starb am 27. September 1921 in Neustrelitz.
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