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UA 1851
11
März
vor 175 Jahren
in Venedig
Bereits mit Luisa Miller (UA 8.12.1849) und Stiffelio (UA 16.11.1850) hatte sich Verdi von den politisch motivierten Themen seiner Anfangszeit gelöst. Mit Rigoletto richtete Verdi nun explizit sein Interesse auf die Darstellung menschlicher Leidenschaften und Konflikte und erreichte einen absoluten Höhepunkt seiner Karriere. Mit diesem Werk hat sich Verdis Ruf als Opernkomponist weltweit verfestigt. Gleichzeitig markiert es den Beginn einer neuen Schaffensperiode, die zusammen mit Il trovatore (1853) und La traviata (1853) als „trilogia popolare“ bezeichnet wird. Diese drei Werke haben sich mit ihrer Uraufführung zum absoluten Kernrepertoire des Opernbetriebs etabliert. Die Uraufführung am 11. März 1851 im Teatro La Fenice in Venedig war ein enthusiastischer Erfolg, die Kavatine des Herzogs La donna è mobile musste dreimal wiederholt werden, bis heute gehört sie zu den Spitzenreitern bei Operngalas und Opernwunschkonzerten. Der Tenor musste Verdi versprechen, sie auf keinen Fall vor der Premiere irgendwo zu singen, da Verdi fürchtete, die Melodie könnte gleich als Schlager die Runde machen, so dass ihre Wirkung bei der Premiere bereits verpufft wäre. Bereits im September 1849 hatte Verdi seinem Wunschlibrettisten Salvadore Cammarano das Drama von Victor Hugo Le Roi s'amuse, welches das wüste Treiben Kaiser Franz' I. am französischen Hof anprangert, vorgelegt, um es zu einem Libretto für eine neue Oper für Neapel umzuarbeiten. Das Schauspiel rief einen Skandal hervor und wurde einen Tag nach der Premiere verboten. Erst fünfzig Jahre später konnte es wieder aufgeführt werden. Cammarano allerdings ging mit Blick auf die Zensur nicht auf darauf ein. Verdi aber war so fasziniert vom Doppelcharakter des Helden – einerseits der bösartige Hofnarr, andererseits der liebende Vater –, dass er bei den Verhandlungen mit dem Teatro La Fenice in Venedig für eine Oper für die Karnemvals- und Fastensaison 1850/1851 auf dieses Stück zurückkam. Mit dem Librettisten Francesco Maria Piave und viel Überredungskunst schaffte er es tatsächlich, die Zensur soweit zu besänftigen, dass er mit einigen Auflagen die Genehmigung zur Aufführung erhielt. Vor allen Dingen musste er die Handlung vom französischen Königshof an den Hof eines Herzogs in Mantua verlegen, da man es nicht zulassen wollte, dass ein König schlecht dargestellt würde. Einige Namen mussten geändert und einige frivole Szenen eliminiert werden. Der von Verdi vorgesehen Titel La maledizione (Der Fluch) wurde ebenfalls nicht genehmigt. Der stattdessen gewählte Operntitel Rigoletto ist die Italianisierung des französischen Wortes „rigoleur“ (= Spaßvogel). Die Handlung blieb im Grundriss aber unangetastet. Die Titelfigur ist historisch und geht auf Triboulet, den Hofnarren, des Königs zurück. Victor Hugo war über die Vertonung seines Schauspiels durch Verdi empört, verhinderte lange Zeit eine Aufführung an der Pariser Oper und stimmte schließlich auch nur widerwillig zu, so dass Rigoletto seine Erstaufführung in Paris erst 1857 erlebte. In deutscher Sprache wurde die Oper erstmals 1852 in Wien aufgeführt. Die Titelrolle ist eine Traumrolle für alle dramatischen italienischen Baritone, die Rolle des verführerischen wie skrupellosen Herzogs gehört zum Kernrepertoire jedes lyrischen Tenors.
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