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Meldung vom 05.06.2021

Hinweis im Sinne des Gleichbehandlungsgesetzes

Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit sowie der orthographischen und grammatikalischen Korrektheit wird auf die Praxis der verkürzten geschlechterspezifischen Differenzierung verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung gleichermaßen für alle Geschlechter.

Die neue Spielzeit an der Oper Genf

Premieren, Uraufführung von Peter Eötvös und zahlreiche Künstlerdebüts

Mit großem Optimismus stellte das Grand Théâtre de Genève seinen Spielplan 2021-2022 vor und wagt zu hoffen, dass die Entwicklung der Pandemie und der Gesundheitsvorschriften die Entfaltung aller Ambitionen des künstlerischen Projekts von Opern, Balletten, Rezitalen und des Programms La Plage zulassen wird, die alle unter dem Motto «Make love …» zusammen gefasst sind. Das Grand Théâtre de Genève ist hocherfreut, trotz der starken Beeinträchtigung der ersten beiden Spielzeiten seines Intendanten Aviel Cahn durch die Covid-19-Pandemie - die Auszeichnung «Bestes Opernhaus 2020» (der Zeitschrift Opernwelt) erhalten zu haben, mit der seine hochwertige Programmgestaltung, seine internationale, anspruchsvolle Positionierung und seine Offenheit gegenüber anderen Künsten, Künstlern und Künstlerinnen gewürdigt wurden.

Frauen im Rampenlicht

Viele Frauen prägen das gesamte Programm 2021-2022, angeführt von den Regisseurinnen Mariame Clément, Lotte de Beer, Tatjana Gürbaca und der bildenden Künstlerin Prune Nourry. Herausragende Frauen sind Titelfiguren mehrerer Opern, wie die Prinzessin Turandot in Puccinis gleichnamigem Werk, die Königin Anne Boleyn in Donizettis Anna Bolena und die römische Kaiserin Poppea in Monteverdis L'incoronazione di Poppea. Zwei große weibliche Titelrollen schliesslich runden das Casting ab: Elektra in Richard Strauss' gleichnamigem Werk und Jenůfa in Janáčeks Oper.

Die Spielzeit des Grand Théâtre wird mit einer großen Doppelpremiere eröffnet: Die bedeutende Oper Krieg und Frieden von Sergei Prokofiev, die natürlich an Tolstois Werk, aber auch an die internationale Identität Genfs und die pazifistische Berufung der Stadt anknüpft (13. bis 24. September 2021). Calixto Bieito gibt mit dieser Neuinszenierung sein Debüt auf der Bühne am Place de Neuve. Im Orchestergraben wird Alejo Pérez amtieren, der sich bereits mit L’Amour des trois oranges und L‘Ange de feu desselben Komponisten als Experte des Repertoires ausgewiesen hat. Nach Monteverdis Orfeo im Jahr 2019 wird die Zusammenarbeit mit dem Budapest Festival Orchestra und seinem charismatischen Dirigenten Iván Fischer fortgesetzt, diesmal mit L'Incoronazione di Poppea von Claudio Monteverdi (30. September bis 1. Oktober 2021).

Anna Bolena von Gaetano Donizetti, eine Oper die ein wenig an Game of Thrones erinnert, bringt in einer neuen Produktion von Mariame Clément mit dem dämonischen Heinrich VIII., einem gespaltenen Klerus und Attentaten am laufenden Band historische Figuren auf die Bühne (22. Oktober bis 11. November 2021). Dieser erste Teil eröffnet eine neue Tudor- Trilogie für das GTG mit der bereits mehrfach von der Kritik gefeierten Künstlerin, die regelmässig beim Glyndebourne Festival zu Gast ist. Als Belcanto-Spezialist bietet Stefano Montanari in den Werken von Donzietti, Bellini und Rossini ein Konzentrat seiner Energie und Leidenschaft.

Zu den Festtagen gibt es die Wiederaufnahme einer Produktion des Theaters an der Wien, die bereits durch Europa getourt ist, die exotischen Perlenfischer von Georges Bizet (10. bis 26. Dezember 2021). Die zeitgenössische Vision der Regisseurin Lotte de Beer befreit das Werk von seiner vordergründigen, kolonialistischen Last und injiziert ihm eine Dosis Verrücktheit, um einen spöttischen Blick auf unsere Welt und die Scheinwelt der Reality- Shows zu werfen. Das Orchestre de la Suisse Romande (OSR) wird von David Reiland, einem passionierten Kenner der Musik des französischen Second Empire, geleitet.

Als Ergebnis einer fruchtbaren Zusammenarbeit zwischen dem Grand Théâtre und dem OSR wird Jonathan Nott anlässlich der Aufführung der Elektra von Richard Strauss (25. Januar bis 6. Februar 2022) endlich zum ersten Mal vor Publikum im Orchestergraben am Place de Neuve auftreten. Für die Titelrolle konnte das Grand Theatre die Schwedin Ingela Brimberg gewinnen, die sich als dramatische Sopranistin etabliert hat. Die Rolle der Klytemnestra wird von Tanja Ariane Baumgartner gesungen, die im April 2021 in Genf die Kundry singen sollte, während die Amerikanerin Sarah Jakubiak, die gefeierte neue Sopranistin der Deutschen Oper Berlin, als Chrysotemis debütieren wird.

Ein weiteres Ereignis ist die mit der Staatsoper Berlin in Auftrag gegebene Welturaufführung Sleepless von Peter Eötvös (29. März bis 5. April 2022), dirigiert vom Komponisten selbst. Die Oper ist von Trilogie, einem intimen und fatalistischen Werk des norwegischen Schriftstellers Jon Fosse, inspiriert.

Es geht weiter mit Leoš Janáček, diesmal steht Jenůfa auf dem Spielplan (3. bis 13. Mai 2022). Die Neuinszenierung ist das Werk von Tatjana Gürbaca, die an den wichtigsten deutschsprachigen Bühnen zu Hause ist. Die Titelrolle singt Corinne Winters unter der Leitung des Tschechen Tomáš Hanus. Sie wird von der dramatischen Sopranistin Evelyn Herlitzius (Kostelnička) und dem ukrainischen Tenor Misha Didyk (Laca) begleitet.

Mit Turandot, der letzten, unvollendeten Oper von Giacomo Puccini (20. Juni bis 3. Juli 2022), kehrt der kreative Aufrührer Daniel Kramer in der letzten Oper der Spielzeit ans GTG zurück. Eine neue Produktion als großes Spektakel, mit dem überwältigenden, alle Sinne ansprechenden Aufgebot von Bildern, Videos, Laser und Lichtern des hyperkreativen japanischen Kollektivs teamLab. Die in der Schweiz noch nie aufgeführte Version mit dem Finale von Luciano Berio wird Antonino Fogliani dirigieren, den das Genfer Publikum im Oktober 2019 in Aida und im Jahr darauf in La Cenerentola entdeckte. Auf der Bühne noch einmal Ingela Brimberg in der Titelrolle, mit dem rumänischen Tenor Teodor Ilincai als Calaf und der moldawischen Sopranistin Olga Busuioc als Liù.

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