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Meldung vom 29.04.2026

Hinweis im Sinne des Gleichbehandlungsgesetzes

Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit sowie der orthographischen und grammatikalischen Korrektheit wird auf die Praxis der verkürzten geschlechterspezifischen Differenzierung verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung gleichermaßen für alle Geschlechter.

Ein Kopfstand für die Staatskapelle

Eine von vielen Erinnerungen an Peter Gülke von Werner Dabringhaus

Werner Dabringhaus, Produzent des Labels Musikproduktion Dabringhaus und Grimm hat bei vielen Aufnahmen mit Peter Gülke zusammengarbeitet. Über viele Jahre entstand eine künstlerische Übereinstimmung, deren Resultat sich in den gemeinsamen Einspielungen nachvollziehen läßt. Anstelle eines Nachrufes zitieren wir daher einige sehr persönliche Zeilen von Werner Dabringhaus an den verstorbenen Freund:

„Lieber Peter,

wir sind uns immer wieder begegnet, Du mit Deinen Musikern zunächst in Wuppertal und später in Brandenburg – ich mit meinen Mikrofonen. Es war immer eine ganz fantastische Zusammenarbeit, ich werde nie vergessen, wie das Orchester die 8 Takte Überleitung zur Wiederholung der Exposition in Schuberts 8. völlig überrascht das erste Mal überhaupt gespielt hatte. Und: Es war genau richtig, denn nur so offenbart sich die ganze Größe eines im direkten Umfeld der 9. Beethoven entstandenen Sinfonie. „Schubert konnte auch ohne Chor die ganz große Form“ war Dein knapper Kommentar.

Unvergessen Deine immer mit gewissem verschmitztem Lächeln vorgetragenen kleinen Geschichten über die große Musik – lass mich eine Ankekdote hier erwähnen, die bestimmt in keinem der Nachrufe vorkommt, mir aber besonders imponiert hatte: Du warst nach einer Tournee als Chef der Weimarer Staatskapelle in die Fänge der Stasi geraten. (Einige Musiker waren nicht wieder aus dem Westen in die DDR zurückgekehrt.) Man befragte Dich stundenlag, bis Du irgendwann gesagt hattest: „Tut mir leid, ich habe heute Abend ein Konzert zu dirigieren und muss mich jetzt vorbereiten“ – sprachst es und wechseltest vor dem staatssichernden Schreibtisch in den Kopfstand. Vor lauter Überraschung und Irritation hat man Dich umgehend frei gelassen.

Danke für die vielen wunderbaren menschlichen und musikalischen Momente.“

Werner Dabringhaus

Die zitierte (erstmals mit Wiederholung der Expo 1. Satz, die traditionell immer weggelassen wird) ist

Franz Schubert (1797-1828)

Sinfonie Nr. 8 C-Dur D 944

Brandenburger Symphoniker

Peter Gülke, Dirigent

Hybrid-SACD

MDG 901 2053-6

www.mdg.de/franz-schubert-sinfonie-nr-8/

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