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Meldung vom 20.10.2026

Hinweis im Sinne des Gleichbehandlungsgesetzes

Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit sowie der orthographischen und grammatikalischen Korrektheit wird auf die Praxis der verkürzten geschlechterspezifischen Differenzierung verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung gleichermaßen für alle Geschlechter.

Liza Lims „Tree of Codes“ im Rahmen von Wien Modern

Emily Hehl inszeniert die Österreichische Erstaufführung an der Neuen Oper Wien

Aus den Leerstellen eines Buches entsteht eine Oper über Erinnerung, Abstammung und Verwandlung: Mit Tree of Codes bringt die Neue Oper Wien ein Werk der australischen Komponistin Liza Lim erstmals auf eine österreichische Bühne. Ausgangspunkt ist Jonathan Safran Foers gleichnamiges Buchobjekt, das durch das Ausschneiden von Textteilen aus Bruno Schulz’ Street of Crocodiles entstand. Für die Produktion arbeiten Regisseurin Emily Hehl und Dirigentin Anna Sushon mit dem Klangforum Wien PPCM Academy zusammen; die Aufführungen finden in Kooperation mit Wien Modern statt. Auf die Premiere am 31. Oktober folgen vier weitere Vorstellungen bis zum 8. November. 

Verschiebung von Vergangenheit und Gegenwart

Die Oper spielt in einer zusätzlichen, aus dem gewöhnlichen Zeitverlauf herausgelösten Zeitspanne. Vergangenheit, Gegenwart un0d Zukunft bestehen darin nebeneinander; Grenzen zwischen Menschen, Tieren, Pflanzen und unbelebter Materie werden durchlässig. Ein Vogel ahmt Sprache nach, Menschen singen wie Vögel, eine Vaterfigur erschafft aus Abfällen vogelartige Wesen. Lim verbindet diese Verwandlungen mit der Frage, wie überlieferte Geschichten und unbewusste Überzeugungen unsere Identität und unsere Wünsche prägen. 

Tree of Codes erkundet eine ebenso befremdliche wie schöne Welt, in der Leben, Tod, Erinnerung und Materie miteinander verwoben sind. Dabei wird sichtbar, wie Stimmen und Geschichten durch uns weiterleben – über Generationen, Arten und Zeiten hinweg“, beschreibt Liza Lim ihre Oper.

Emily Hehl inszeniert eine Welt jenseits der menschlichen Perspektive

Emily Hehls Zugang setzt bei der Vorstellung einer Welt an, in der der Mensch nicht selbstverständlich im Mittelpunkt steht. Bäume, Vögel und Menschen erscheinen darin als eigenständige Wesen, deren unterschiedliche Ausdrucksformen es wahrzunehmen gilt. „Dieses Werk ist eine wunderbare Einladung zum Hinhören und zur Vorstellung, dass andere Lebewesen uns möglicherweise genauso viel zu sagen haben, wie wir ihnen – wir sie bloß nicht verstehen“, sagt die Regisseurin.

Die Produktion

„Liza Lim erweitert den Klangraum der Oper: Instrumente, Stimmen und Geräusche treten in wechselnde Beziehungen zueinander. Unsere Aufgabe ist es, diese Vielschichtigkeit hörbar zu machen und zugleich die dramatische Spannung des Werkes zu tragen“, sagt Anna Sushon, Intendantin und musikalische Leiterin der Neuen Oper Wien.

Das Klangforum Wien PPCM Academy ist in der Produktion sowohl als Orchester als auch in der Rolle „The Crowd“ ausgewiesen. Amber Norelai singt Adela, Felix Heuser übernimmt die Partien Son und Doctor; Oliver Shermacher gestaltet den „Mutant Bird“ an der Klarinette. Bühne und Kostüme entwirft Emma Gaudiano, das Lichtdesign stammt von Norbert Chmel. 

Liza Lim: Tree of Codes. ‘cut-outs in time’, an opera“

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