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Besprechung CDBenjamin Britten

Benjamin Britten

Cello Suites
Pieter Wispelwey

Evil Penguin Classic EPRC 0086

1 CD • 73min • 2025, 2026

13.10.2026

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10
Klangqualität:
Klangqualität: 10
Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Klassik Heute
Empfehlung

Mit seiner neuen Einspielung von Benjamin Brittens drei Solosuiten für Violoncello legt Pieter Wispelwey nicht einfach nur eine weitere Aufnahme vor – er bietet ein künstlerisches Resümee jahrzehntelanger Auseinandersetzung. Der niederländische Cellist, der diese Werke seit 45 Jahren spielt, präsentiert eine Interpretation, die von innen heraus gewachsen wirkt und in ihrer erzählerischen Souveränität neue Maßstäbe setzt. Britten komponierte seine drei Cello-Suiten zwischen 1964 und 1971 für Mstislaw Rostropowitsch, der sie auch uraufführte. Sie gelten als die bedeutendsten Solowerke für das Instrument seit Bach und verbinden Referenzen an frühmusikalische Traditionen mit einer unverwechselbar modernen Tonsprache. Jede Suite enthält charakteristische Satztypen: eine Fuge, mindestens eine quasi-vokale Form (Lamento, Declamato, Dialogo, Recitativo) sowie Genrestücke wie Marsch oder Serenade. Die erste Suite etwa ist durch vier „Canto" benannte Sätze strukturiert, zwischen die paarweise andere Charakterstücke eingefügt sind.

Präzise und brillant

Besonders hervorzuheben ist die nuancierte Dynamik und die bewusste Nutzung von Stille und Spannung. In der Passacaglia der Zweiten Suite etwa formte Wispelwey durch die Ausnutzung der Pausen zwischen den Phrasen eine enorm intensive Atmosphäre. Die Aufnahme besticht durch ihre unmittelbare Präsenz und rhetorische Brillanz: Man hört das Instrument in seiner ganzen physischen Realität, inklusive der hörbaren Atemgeräusche des Spielers – ein Zeichen für die körperliche Intensität und musikalische Durchdringung, mit der Wispelwey diese technisch anspruchsvollen Werke angeht. Gleichzeitig zeigt er sich zu größter Zurückhaltung fähig: Wo Britten non espressivo vorschreibt, spielt Wispelwey ohne Vibrato, erzeugt aber durch extreme Konzentration dennoch einen fesselnden Klang. Diese Britten-Einspielung ist das Ergebnis eines konsequenten, reflektierten Musizierens, das sowohl handwerkliche Präzision und technische Perfektion als auch tiefgründige interpretatorische Entscheidungen vereint.

Guido Krawinkel [13.10.2026]

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Komponisten und Werke der Einspielung

Tr.Komponist/Werkhh:mm:ss
CD/SACD 1
Benjamin Britten
1Suite Nr. 1 op. 72 für Violoncello solo 00:27:14
10Suite Nr. 2 op. 80 für Violoncello solo 00:22:19
15Suite Nr. 3 C-Dur op. 87 für Violoncello solo 00:23:48

Interpreten der Einspielung

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