
Vor einem Jahr ist der Dirigent und ehemalige Musikdirektor der Wiener Staatsoper, Seiji Ozawa, gestorben. Er hätte am 1. September 2025 seinen 90. Geburtstag gefeiert. 1935 wurde Ozawa in Shenyang geboren und studierte zunächst Klavier an der Toho-Musikhochschule in Tokio, später auch Orchesterleitung. 1959 gewann er den Dirigenten-Wettbewerb von Besançon. Ein Jahr später gewann er den renommierten Mitropoulos-Wettbewerb, wurde Assistent von Leonard Bernstein und Direktor der Festspiele von Ravinia. Es folgten Chefdirigentenpositionen bei den Orchestern von Toronto und San Francisco und seit 1974 beim Boston Sympony Orchestra, das er bis 2002 leitete. Seiji Ozawa hat zahlreiche Werke berühmter Komponisten uraufgeführt, darunter 1975 die San Francisco Polyphony von György Ligeti, 1983 Saint François d'Assise von Olivier Messiaen, November Steps, Autumn und Dream/Windows seines Landsmanns Toru Takemitsu. Seit der Spielzeit 2002/2003 war Seiji Ozawa Musikdirektor der Wiener Staatsoper und hatte diese Position bis 2010 inne. Dort hat er u.a. die Premierenproduktionen Kreneks Jonny spielt auf, Wagners Der fliegende Holländer und Massenets Manon Lescaut geleitet. Ozawa starb am 6. Februar 2024 in Tokio.