Szenische Erstaufführung: Hanns Eislers Deutsche Symphonie
Inszenierung von Paul-Georg Dittrich am Staatstheater Kassel
Am Staatstheater Kassel kommt am 30. Mai Hanns Eislers legendäre Deutsche Symphonie erstmals szenisch zur Aufführung. Die Inszenierung von Paul-Georg Dittrich vergegenwärtigt mit poetischen, berührenden Bildern sowohl den künstlerisch-politischen Weg Eislers als auch den historischen Hintergrund – immer angebunden an die Gegenwart. Eingebettet ist die Premiere in ein Festival, das sich dem Musiktheater im Präfaschismus widmet.
Künstler und politischer Aktivist
Hanns Eisler, der sich immer zugleich als Künstler und politischer Aktivist verstand, schuf mit seiner Deutschen Symphonie ein vokalsinfonisches Großwerk der antifaschistischen Emigration zwischen Oratorium und politischem Lied. In einem über zwei Jahrzehnte währenden Kompositionsprozess (1935–1959) reagierte Eisler mit diesem Werk auf die deutsche Zeitgeschichte. Als politisches Bekenntnis gegen den rechten Terror zeichnet seine kompromisslose Komposition ein eindrückliches Bild von der Endzeit der Weimarer Republik über das Erstarken rechter Tendenzen hin zur Nachkriegszeit und der Teilung Deutschlands – immer mit Blick auf den möglichen Widerstand, der auch heute bitter nötig ist.
Aufführungen im Interim
Im Interim auf dem Gelände der ehemaligen Jägerkaserne, wo junge Männer aus Kassel und Umgebung gemustert wurden und 1947 ein Lager für Displaced Persons entstand, wird das monumentale Werk jetzt so sinnlich wie berührend in Szene gesetzt. Regisseur Paul Georg Dittrich, der in Kassel bereits La muette de Portici und Don Giovanni inszeniert hat, beschwört zusammen mit Dirigent Kiril Stankow die Geister der Vergangenheit als warnende Stimmen der Gegenwart.
Gelegenheit für erste Einblicke in die Inszenierung bietet für nur 8,50 Euro Eintritt ein Sneak In – eine öffentliche Bühnen-Orchesterprobe – am Dienstag, 26. Mai, um 19 Uhr im Interim.
Die Premiere am 30. Mai ist eingebettet in das Festival „Deutschland, Deutschland unter anderem“, mit dem die Musiktheatersparte vom 29. bis 31. Mai das nationale Kulturerbe kritisch durchleuchtet. Informationen zum Festivalprogramm unter: www.staatstheater-kassel.de/play/deutschlanddeutschlandunteranderem-3342
- Karten für die „Deutsche Symphonie“ und das Festival sind erhältlich an der Theaterkasse, (0561) 1094-222, und online unter www.staatstheater-kassel.de
- Regie: Paul-Georg Dittrich, Bühne: Pia Maria Mackert,
- Chorleitung: Marco Zeiser Celesti
- Mit: Clemens Dönicke, Marta Kristín Friðriksdóttir, Stefan Hadžić, Ilseyar Khayrullova
- Opernchor des Staatstheaters Kassel
- Staatsorchester Kassel, Statisterie des Staatstheaters Kassel
- Musikalische Leitung: Kiril Stankow
- Sneak In (öffentliche Probe): Dienstag, 26. Mai, 19 Uhr, Interim
- Premiere: Samstag, 30. Mai, 19 Uhr, Interim im Rahmen des Festivals „Deutschland, Deutschland unter anderem“
- Weitere Vorstellungen: 3., 13., 19. und 23. Juni 2026.
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