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Meldung vom 14.08.2026

Hinweis im Sinne des Gleichbehandlungsgesetzes

Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit sowie der orthographischen und grammatikalischen Korrektheit wird auf die Praxis der verkürzten geschlechterspezifischen Differenzierung verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung gleichermaßen für alle Geschlechter.

Gewandhausorchester zu Leipzig - Saisonauftakt 2026/27

Eröffnungskonzert mit Pianist Mao Fujita und Dirigent Andris Nelsons

Am 4. September 2026 startet die 246. Gewandhaus-Saison 2026/2027 mit dem Saison-Eröffnungskonzert des Gewandhausorchesters, das gleichzeitig das Demokratie-Wochenende eröffnet. Die Impulsrede im Rahmen des Saison-Eröffnungskonzerts hält der Schriftsteller Saša Stanišić. Andris Nelsons leitet die Konzerte am 4. und 6. September mit Antonín Dvořáks 7. Sinfonie d-Moll op. 70 und dem 3. Klavierkonzert von Sergej Rachmaninoff, interpretiert von Mao Fujita. Am Abend des 5.9. wird das Stegreif Orchester das Publikum um 19.30 Uhr mit seiner Rekomposition von Beethovens Eroica unter dem Titel ,FreeEroica' überraschen.

Demokratie-Wochenende 4.-6. September 2026

»Vorzeichen lesen« steht als Motto über dem 5. Demokratie-Wochenende vom 4. bis 6. September 2026 des Gewandhausorchesters, das die Spielzeit 2026/2027 eröffnet. Nach dem Eröffnungskonzert des Gewandhausorchesters und der Impuls-Rede von Saša Stanišić am 4.9., sind alle interessierten Gäste herzlich eingeladen, sich bei den Diskussionsforen am Folgetag (5.9., ab 14 Uhr) zu beteiligen.

Auf dem Podium finden die Gäste spannende Gesprächspartner, die dazu einladen, mit ihnen ins Gespräch zu kommen darüber, was es heißt, Vorzeichen zu lesen – oder zu übersehen: Prof. Dr. Jan-Oliver Decker (Passau, Literatur-/Mediensemiotik), Prof. Dr. Bertolt Meyer (Chemnitz, Arbeits-, Organisations- und Wirtschaftspsychologie), Dr. Silke Borgstedt (Heidelberg, Sozial- und Marktforschung), Julia Steinhöfel (Berlin, Politikwissenschaft), David Schnell (Leipzig, Künstler), Sophia Göken (Basel, Jazzerin). Es moderiert Roland Löffler.

WandelWerk wird am 6. September am Gewandhaus gegründet

Ähnlich den bereits bestehenden Theaterclubs an Schauspiel, Oper und Theater der jungen Welt, wird nun am Gewandhaus ein Musik-Club zum Mitmachen gegründet für alle, die selbst Ideen entwickeln, ästhetische Diskussionen führen und eigene Projekte am Gewandhaus gestalten wollen. Auftakt des Clubs mit dem Namen WandelWerk ist der Workshop am 6. September 2026, den Mitglieder des Stegreif Orchesters durchführen.

Klassische Musik und Improvisation – ist das nicht eigentlich ein Gegensatz? Wie lässt sich spielerisch mit Ludwig van Beethovens 9. Sinfonie umgehen? Und wie kann man dabei ganz leicht und fast ohne Voraussetzungen ins Improvisieren kommen? Die Teilnahme am Auftaktworkshop (6.9.) ist jedoch auch ohne anschließende Teilnahme am WandelWerk möglich! Der Club trifft sich dann anschießend ab 8.9.2026 jeden Dienstag von 17-18.30 Uhr im Gewandhaus. Das erste Projekt, das WandelWerk erarbeiten wird, ist bfree – Ode an die Freiheit: Dabei erschaffen die Mitwirkenden gemeinsam mit dem Stegreif Orchester und in den wöchentlichen Treffen ihre eigene Version von Beethovens 9. Sinfonie und bringen sie am 11. Mai 2027 im Rahmen des Beethoven-Festivals im Großen Saal des Gewandhauses auf die Bühne. Neben den wöchentlichen Treffen des Clubs bieten Musiker des Stegreif Orchesters zusätzlich Workshop-Wochenenden am 6.-8. November 2026 sowie 19.-21. Februar 2027 an. Die Schlussproben für bfree finden vom 8.-10. Mai 2027 statt.

Für die ClubFusion, das Festival der Theaterclubs von Schauspiel Leipzig, Oper Leipzig, Theater der Jungen Welt und Gewandhaus, wird WandelWerk ebenfalls eine Aufführung gestalten, die am 22. Juni 2027 über die Bühne gehen wird.

Mitmachen kann im WandelWerk jeder von 14-99 Jahren – unabhängig von seinen Vorerfahrungen. Die Teilnahme am Auftaktworkshop (6.9.) ist auch ohne anschließende Teilnahme am WandelWerk möglich. Mehr Infos unter www.gewandhausorchester.de/community | impuls@gewandhaus.de

GewandhausChor Leipzig in der neuen Saison

Nach seiner Wandelkonzert-Performance beim Demokratie-Wochenende beschreitet der GewandhausChor bis Dezember weitere ungewöhnliche künstlerische Wege. Im Rahmen des Fokus Tacheles interpretiert er gemeinsam mit der Robert-Schumann-Philharmonie Zwickau und vier Gesangssolisten die gewaltige Kantate De profundis von Hans Gál (19.09.2026). Das Werk entstand 1936 im Exil und verbindet eindringliche Texte aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges mit einer hochkonzentrierten, expressiven Tonsprache. De profundis steht exemplarisch für ein künstlerisches Erbe, das durch Verfolgung unterbrochen, aber nicht ausgelöscht wurde, und bis heute eine erschütternde Aktualität entfaltet.

Ein gänzlich anderes Genre erkundet der GewandhausChor dann am 15.11.2026 unter dem Titel Requiem in Jazz. Gemeinsam mit der Leipziger Bigband Spielvereinigung Sued interpretiert der Chor das Requiem aus der Feder des schwedischen Komponisten und Jazzmusikers Nils Lindberg.

Kurt Weill/Berthold Brecht „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny‟

Bei der 1930 im Leipziger Neuen Theater uraufgeführten Oper Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny von Kurt Weill und Bertolt Brecht kam es zu Tumulten im Zuschauerraum, die von Anhängern der NSDAP organisiert durchgeführt wurden, um die in ihren Augen als ,entartet' geltende Musik aus den Theatern zu verbannen. Angesichts aktueller politischer Entwicklungen bildet die konzertante Aufführung dieser Oper den Höhepunkt des diesjährigen Fokus: Tacheles – Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen (22./23.10.2026).

Die Aufführung ist »ein starkes musikalisches Signal gegen das Vergessen, um historisches Bewusstsein wachzuhalten, Zusammenhänge zu verstehen und Verantwortung für Gegenwart und Zukunft zu übernehmen – insbesondere für jüngere Generationen« so die Bürgermeisterin für Kultur der Stadt Leipzig im Vorwort des diesjährigen Jahresheftes der aktuellen Saison.

Die radikale Gesellschaftssatire, zwischen Oper, Jazz und Zeitkritik angesiedelt, ist als Konzertaufführung ein ebenso ungewöhnliches wie eindrucksvolles Ereignis. Am Pult des Gewandhausorchesters, des MDR Rundfunkchores und des neunköpfigen Solisten-Ensembles steht HK Gruber, selbst Komponist, Dirigent und ausgewiesener Kenner der Musik des 20. Jahrhunderts, der Weills scharfe Klangsprache mit besonderer stilistischer Authentizität zum Leuchten bringt.

Weitere Informationen unter www.gewandhaus.de

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