Boston Consulting Group eine Studie über die Stiftung Berliner Philharmoniker veröffentlicht. Hier die wichtigsten Punkte daraus: Die Berliner Philharmoniker sind eines der weltweit sichtbarsten und reichweitenstärksten Spitzenorchester. Sie verkörpern die Gattung klassischer Musik, getragen von über 140 Jahren höchstem Anspruch, demokratischer Überzeugung und radikaler Kunstzentrierung. Dieser Nimbus versammelt Musikerinnen und Musiker von Weltrang in Berlin und beschert der Stadt ein Klassikprogramm auf Weltniveau und Deutschland einen Kulturbotschafter in der Welt. ">

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Meldung vom 10.09.2026

Hinweis im Sinne des Gleichbehandlungsgesetzes

Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit sowie der orthographischen und grammatikalischen Korrektheit wird auf die Praxis der verkürzten geschlechterspezifischen Differenzierung verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung gleichermaßen für alle Geschlechter.

"Weltklasse mit Wirkung"

Boston Consulting Group veröffentlicht Studie über die Stiftung Berliner Philharmoniker

"Weltklasse mit Wirkung" – unter dieser Überschrift hat die Boston Consulting Group eine Studie über die Stiftung Berliner Philharmoniker veröffentlicht. Hier die wichtigsten Punkte daraus:

Die Berliner Philharmoniker sind eines der weltweit sichtbarsten und reichweitenstärksten Spitzenorchester. Sie verkörpern die Gattung klassischer Musik, getragen von über 140 Jahren höchstem Anspruch, demokratischer Überzeugung und radikaler Kunstzentrierung. Dieser Nimbus versammelt Musikerinnen und Musiker von Weltrang in Berlin und beschert der Stadt ein Klassikprogramm auf Weltniveau und Deutschland einen Kulturbotschafter in der Welt. Die Berliner Philharmoniker zählen seit über 140 Jahren zu den besten Orchestern der Welt mit der 1963 erbauten Philharmonie Berlin als ikonischer Spielstätte. Sie sind ein Kulturgut von internationaler Strahlkraft, eine global bekannte Marke, die Künstler und Publikum aus aller Welt anzieht.

Exzellenz aus Berlin

130 Musikerinnen und Musiker aus 36 Nationen, viele davon auch Solisten und Hochschullehrer, prägen diesen Klangkörper. Entscheidend sind künstlerischer Anspruch und die Zusammenarbeit mit Spitzen-Dirigenten und -Solisten, aus der immer wieder überzeugende Interpretationen entstehen. Das Konzertprogramm wechselt in der Regel wöchentlich. Über 250 000 Menschen besuchen jährlich die Konzerte in Berlin, ein Viertel reist mehr als 400 Kilometer an, 25 000 kommen aus dem Ausland. Die Philharmonie Berlin zieht zusätzlich mehr als 500 000 Gäste zu Gastspielen an. Haus und Orchester stehen in einer Symbiose: Sie verstärken einander.

Internationale Strahlkraft

Die Berliner Philharmoniker gastierten bereits in über 50 Ländern. Allein 2025 besuchten rund 90 000 Menschen in Asien und Europa ihre Konzerte. Gleichzeitig bleiben weltweit noch drei Viertel aller Länder unerschlossen – insbesondere außerhalb des westlichen Raums. Mehr internationale Präsenz bedeutet jedoch auch einen erheblichen organisatorischen und finanziellen Aufwand: Reisen mit 130 Musikern und ihren Instrumenten, Transport, Technik, Betreuung und Logistik müssen koordiniert und finanziert werden. Ohne gezielte Unterstützung lassen sich zusätzliche Tourneen daher nur begrenzt realisieren.

Große digitale Reichweite

Als einziges Spitzenorchester haben die Philharmoniker ein eigenes digitales Angebot für Konzerte etabliert: die Digital Concert Hall (DCH). Der Streaming-Service umfasst mittlerweile mehr als 900 Konzerte. Die DCH startete 2008 und gehört zu den ersten etablierten Streaming-Services in Deutschland. Zum Vergleich: Spotify startete in Deutschland im März 2012, Netflix im Jahr 2014. Als strategisch wichtiges digitales Angebot verschafft die DCH den Philharmonikern einen Reichweitenvorsprung gegenüber anderen Orchestern. 2025 streamten die Online-Zuhörer insgesamt 2,4 Millionen Stunden Musik über die DCH – das entspricht rund 270 Jahren. Ein wichtiger Schritt zur Verbreiterung und Verjüngung des Publikums ist die „DCH for Institutions“, über die Angehörige von rund 150 internationalen Universitäten, Musikhochschulen und Bildungseinrichtungen Zugang erhalten.

Bedarf an öffenlicher Unterstützung

Wie nahezu alle Hochkulturinstitutionen sind auch die Berliner Philharmoniker auf öffentliche Unterstützung angewiesen. Der Zuschussbedarf im Verhältnis zur Wirkung ist jedoch vergleichsweise gering: Auf jedes verkaufte Ticket entfallen 111 Euro öffentliche Mittel, während andere Berliner Hochkulturinstitutionen bis zu 260 Euro benötigen. Zugleich erzeugt jeder Euro öffentlicher Zuwendung bei den Berliner Philharmonikern einen volkswirtschaftlichen Multiplikatoreffekt von bis zu Faktor 3 – etwa durch Beschäftigung, Aufträge für Dienstleister sowie zusätzliche Wertschöpfung in Hotellerie, Gastronomie und Mobilität.

Über Generationen gewachsener Wert

Eine Modellrechnung beziffert den nicht replizierbaren Wert des über Generationen gewachsenen Orchesters auf zwei bis drei Milliarden Euro – ein erheblicher, über Generationen geschaffener Wert für Berlin und Deutschland. Grundlage hierfür sind die internationale Markenwirkung, die historische Exzellenz und die weltweit einzigartige kulturelle Strahlkraft der Berliner Philharmoniker.

Um diesen außergewöhnlichen Wert langfristig zu sichern und auszubauen, gilt es, die künstlerische Exzellenz als Kern der Institution zu schützen. Nur auf dieser Grundlage entfalten die Berliner Philharmoniker ihre kulturelle, gesellschaftliche und wirtschaftliche Kraft. Die Innovationskraft für neue Formate, Zielgruppen und Partnerschaften ist vorhanden – gemeinsam mit starken Partnern und verlässlicher öffentlicher Unterstützung wird daraus nachhaltige Wirkung.

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