Georg Philipp Telemann
Frankfurter Festmusiker 1716
Kölner Akademie • Michael Alexander Willens
cpo 555 584-2
2 CD • 2h 23min • 2023
09.03.2026
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Gesamteindruck:![]()
Klassik Heute
Empfehlung
Als 1716 dem römisch-deutschen Kaiser Karl VI. und seiner Gemahlin Elisabeth Christine nach achtjähriger Ehe der ersehnte Thronfolger geboren wurde, war die Freude im habsburgischen Kaiserhaus groß. Auch in Frankfurt, der Stadt, in der seit langem die Wahlen und die Krönungen der Kaiser des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation stattfanden, machte man sich bereit, in den Jubel der kaiserlichen Familie einzustimmen. Festlichkeiten sollten die erfreuliche Nachricht der Geburt des Habsburger Prinzen Leopold Johann begleiten: Sie brachten freilich dem kleinen Erzherzog kein Glück – er lebte nur eine kurze Zeit und starb im Alter von knapp sieben Monaten.
Repräsentative Festlichkeit
Ein früher Tod drohte damals jedem neugeborenen Kind, dennoch minderte die Sorge davor offensichtlich nicht die Freude über die Ankunft eines jeden neuen Erdenbürgers; und so wurde in Frankfurt ein großes Fest anberaumt. Dabei war es eine glückliche Fügung, dass gerade zu dieser Zeit mit Georg Philipp Telemann einer der fähigsten Musiker Deutschlands in der Stadt wirkte und die Musik zu diesen Festlichkeiten beisteuern konnte: Telemann vereinte ein untrügliches Stilgefühl mit sicherem Gespür für den musikalischen Geschmack eines breiten gebildeten Publikums, und so gelangte er zu einem musikalischen Stil, der eine größtmögliche Breitenwirkung mit hoher musikalischer Qualität verband.
Überzeugende musikalische Darstellung
Michael Alexander Willens und sein Ensemble Kölner Akademie befreien Telemanns Frankfurter Festmusik zur Feier der Geburt des kaiserlichen Erben, dessen kurzes Leben nur allzu bald Anlass zu Trauer um den Habsburger Prinzen gab, vom Staub der Jahrhunderte und lassen ihr heute eine festliche und würdevolle Auferstehung angedeihen, die das Werk in allem angemessenen Glanz präsentiert.
Musikalische Frische
Mit doppelt besetztem vierstimmigen Chor, aus dem auch die Solisten hervortreten, und einem entsprechend sparsam ausgestatteten Instrumentalensemble, das dennoch einen üppigen Klang hervorzubringen vermag, bieten Willens und die Kölner Akademie heutigen Hörern einen musikalischen Genuss, der die repräsentative Komposition Telemanns, dieses Sterns im überragenden Dreigestirn deutscher Barockmeister des Spätbarocks, in hellem Licht strahlen lässt.
Eindrucksvolle Ensembleleistung
Passend zu der hier erklingenden und heutzutage etablierten historisch informierten Aufführungspraxis, zeigt sich die Besetzung der Einspielung überschaubar, was natürlich besonders der Transparenz der musikalischen Darstellung zustatten kommt. Ein besonderes Lob verdienen sich die Vokalsolisten, die ihrer Doppelrolle von Solisten respektive Choristen glänzend gerecht werden, indem sie einen hohen Grad an Individualität in ihren Soli präsentieren und sich im Ensemble vorbildlich in den wunderbarem Gleichklang integrieren.
Detmar Huchting [09.03.2026]
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Komponisten und Werke der Einspielung
| Tr. | Komponist/Werk | hh:mm:ss |
|---|---|---|
| CD/SACD 1 | ||
| Georg Philipp Telemann | ||
| 1 | Auf Christenheit! begeh ein Freudenfest TWV 12:1a/b | 00:41:52 |
| 17 | Deutschland grünt und blüht im Friede TWV 12:1c (Serenata) | 01:40:43 |
Interpreten der Einspielung
- Die Kölner Akademie (Ensemble)
- Michael Alexander Willens * 1951 (Dirigent)

