Nocturno
Simona Šaturová • Marek Kozak
Ars Produktion ARS38 690
1 CD • 55min • 2024
10.01.2026
Künstlerische Qualität:![]()
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Gesamteindruck:![]()
Nachtgesänge von Mozart bis Samuel Barber bilden das Programm dieses ersten Lied-Recitals der international arrivierten slowakischen Sopranistin Simona Šaturová. Am Anfang und am Schluss stehen Lieder von Richard Strauss, dazwischen kommen nicht nur die deutschen Großmeister des Kunstlieds wie Franz Schubert und Robert Schumann zum Zuge, sondern auch der Franzose Claude Debussy, die Tschechen Antonín Dvořák und Bohuslav Martinů und der Pole Karol Szymanowski. Alle Lieder werden in der Originalsprache gesungen. Ein inhaltlicher Zusammenhang über den Nachtgedanken hinaus ist in der Programmfolge nicht zu erkennen, sie ist wohl in erster Linie den Vorlieben der Sängerin verpflichtet, die sich hier – zumindest auf Tonträgern – erstmals mit einem neuen Repertoire präsentiert.
Zu wenige Zwischentöne
Simona Saturová hat sich im Fach des lyrischen Koloratursoprans, aber auch in barocken Oratorien einen Namen gemacht. Ob ihr die intime Gattung des Kunstlieds eine Herzensangelegenheit ist, vermag ich nach Kenntnis dieses Albums nicht eindeutig zu beantworten. Die Stimme hat ein interessantes Timbre von herber Schönheit, das Vibrato bewegt sich noch innerhalb der Toleranzgrenze, es gibt schön aufblühende Töne zu hören. Die farbliche Differenzierung hält sich in Grenzen, es fehlt dem Vortrag an Zwischentönen. Naturgemäß trifft sie bei Dvořák und Martinů den emotionalen Punkt am Genauesten. Mozarts Abendempfindung gestaltet sie im romantischen Stil. Die zwei kurzen Walzergesänge Alexander von Zemlinskys verlangen mehr pointierende Prägnanz. Stilistisch einfühlsam und phantasievoll ist die Begleitung durch den jungen Pianisten Marek Kozák, der seine hohe Begabung auch in den beiden instrumentalen Intermezzi, Chopins Nocturne Des-Dur (op. 27/2) und Schumanns In der Nacht (op. 12/5) unter Beweis stellt.
Liedtexte Fehlanzeige
Die Gestaltung des Booklets lässt zu wünschen übrig. Die Lebensdaten der Komponisten sind nicht genannt, desgleichen die Namen der vertonten Dichter. Einige kann man sich aus dem Einführungstext von Carsten Dürer herauspicken. Dass auf den Abdruck der gesungenen Texte verzichtet wurde, wiegt schon schwerer, da Textverständlichkeit nicht zu den Stärken von Frau Šaturová zählt. Selbst bei einem so bekannten Titel wie Eichendorffs Mondnacht fällt es schwer, dem Vortrag zu folgen. Völlig allein gelassen ist der Hörer dann bei Dvořák, Szymanowski und Martinů.
Ekkehard Pluta [10.01.2026]
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Komponisten und Werke der Einspielung
| Tr. | Komponist/Werk | hh:mm:ss |
|---|---|---|
| CD/SACD 1 | ||
| Richard Strauss | ||
| 1 | Die Nacht op. 10 Nr. 3 | 00:02:57 |
| 2 | Der Stern op. 69 Nr. 1 | 00:01:39 |
| Claude Debussy | ||
| 3 | Nuit d'étoiles L 4 | 00:03:09 |
| 4 | Beau soir L 84 | 00:02:12 |
| 5 | Clair de lune L 80/3 (aus: Fêtes galantes) | 00:02:40 |
| Frédéric Chopin | ||
| 6 | Nocturne Nr. 8 Des-Dur op. 27 Nr. 2 | 00:05:36 |
| Antonín Dvořák | ||
| 7 | Gute Nacht op. 73 Nr. 1 (aus Vier Lieder im Volkston op. 73) | 00:03:14 |
| 8 | Rings die Natur im Schlummer op. 83 Nr. 5 (aus Liebeslieder op. 83) | 00:01:40 |
| Alexander Zemlinsky | ||
| 9 | Klagen ist der Mond gekommen op. 6 Nr. 2 (aus Walzer-Gesänge nach toskanischen Volksliedern op. 6) | 00:01:14 |
| 10 | Fensterlein, nachts bist du zu op. 6 Nr. 3 (aus Walzer-Gesänge nach toskanischen Volksliedern op. 6) | 00:01:01 |
| Robert Schumann | ||
| 11 | Mondnacht op. 39 Nr. 5 | 00:03:29 |
| 12 | In der Nacht op. 12 Nr. 5 (aus Fantasiestücke op. 12) | 00:04:12 |
| Franz Schubert | ||
| 13 | An die Nachtigall op. 98 Nr. 1 D 497 | 00:01:13 |
| Wolfgang Amadeus Mozart | ||
| 14 | Abendempfindung an Laura KV 523 | 00:04:40 |
| Karol Szymanowski | ||
| 15 | Trzy Kolysanki op. 48 | 00:04:06 |
| Bohuslav Martinů | ||
| 16 | Ukolébavka H 232bis (aus Dvě pisne na slova negerské poesie) | 00:04:47 |
| Samuel Barber | ||
| 17 | Sure on this shining night op. 13 Nr. 3 | 00:02:15 |
| Richard Strauss | ||
| 18 | Morgen! op. 27 Nr. 4 | 00:03:12 |
Interpreten der Einspielung
- Simona Šaturová (Sopran)
- Marek Kozák (Klavier)
