Otto Klemperer gilt als einer der großen Dirigenten des 20. Jahrhunderts. Geboren wurde er am 14. Mai 1885 in Breslau. Sein Studium begann er am Hochschen Konservatorium in Frankfurt, das er am Stern'schen Konservatorium in Berlin u.a. bei Hans Pfitzner fortsetzte. 1905 lernte er Gustav Mahler kennen. Zwischen beiden entstand eine Freundschaft, die Klemperer zu einer Anstellung an der Deutschen Oper in Prag verhalf. 1910 wurde er, wieder auf Mahlers Vermittlung hin, zum Kapellmeister am Stadttheater Hamburg ernannt. Es folgten weitere Stationen als Kapellmeister in Barmen (1913-1914), Straßburg (1914-1917), Köln (1923 zum Generalmusikdirektor ernannt), Wiesbaden (1924) und Berlin (1927, Kroll-Oper). Er setzte sich in besonderem Maße für die zeitgenössische Musik ein und fand mit vielen Uraufführungen international Beachtung (u.a. Strawinsky, Oedipus Rex 1928; Hindemith, Neues vom Tage 1929). Nach der Schließung der Kroll-Oper 1931 wechselte er an die Staatsoper Berlin. Von den Nazis mit einem Aufführungsverbot belegt, emigrierte er 1933 in die USA. Dort übernahm er die Leitung des Los Angeles Philharmonic Orchestra (bis 1939) und leitete gleichzeitig das Symphonie-Orchester von Pittsburgh (1937-38). Bei Arnold Schönberg studierte er Komposition. 1939 wurde er an einem Gehirntumor operiert, er blieb teilweise gelähmt und dirigierte lange Zeit kaum noch. Nach Kriegsende kehrte er nach Europa zurück. 1947 wurde er zum Musikdirektor der Budapester Oper ernannt (bis 1950). 1951 kehrte er in die Vereinigten Staaten zurück. Nach einem Sturz kann er nur noch im Sitzen dirigieren. 1955 wurde er Chefdirigent des London Philharmonia Orchestra auf Lebenszeit. Ab 1961 dirigierte er auch wieder Opern und gastierte jedes Jahr am Covent Garden, wo er auch selbst inszenierte (Beethoven, Fidelio 1961; Mozart, Die Zaubeıflöte 1962; Wagner, Lohengrin 1963). Als Dirigent war er bis 1971 tätig. Als Komponist hinterlässt er eine Oper (Das Ziel), sechs Sinfonien, eine Messe, Kammermusik und Liedkompositionen. Otto Klemperer starb am 6. Juli 1973 in Zürich.
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