Internationale Händel-Festspiele Karlsruhe vom 20. Februar - 8. März 2026
Eröffnungspremiere: "Tamerlano" mit dem Freiburger Barockorchester und René Jacobs
Am 20.2.2026 werden am Badischen Staatstheater Karlsruhe die 48. Internationalen Händel-Festspiele eröffnet. Die Künstlerische Leitung liegt erneut in den Händen von Operndirektor Christoph von Bernuth als Künstlerischem Leiter, der Leitenden Opern- und Konzertdramaturgin Stephanie Twiehaus als Kuratorin für das Konzert- und Rahmenprogramm und Orchesterdirektor Oliver Kersken. Insgesamt 28 Veranstaltungen präsentiert das Programm in Karlsruhe. Als Eröffnungspremiere zeigen die Festspiele 2026 Händels 1724 uraufgeführte Oper Tamerlano, mit deren szenischer Umsetzung das Freiburger Barockorchester und René Jacobs in Karlsruhe eine konzertante Aufführungsserie krönen: 20.02., 22.02., 25.02., 28.02. und 03.03.2026.
Zauberoper "Rinaldo" und erstmals in Karlsruhe "Atalanta"
Als Wiederaufnahme steht die Zauberoper Rinaldo auf dem Programm, mit der Händel 1711 den Grundstein legte für seine beispiellose Londoner Opernkarriere: Nicht nur die Rezeptur der Handlung – Liebe, Wut und Leidenschaft inmitten phantastischer Szenenwechsel, feuerspeiender Monster und blühender Zaubergärten – war ein Erfolgsgarant, auch die Musik traf genau den Nerv des Publikums. Zwanzig Jahre später überarbeitete (und komprimierte) der Komponist seine Oper. Diese selten gespielte Fassung machten Rinaldo Alessandrini und Hinrich Horstkotte zu einem barocken Bühnenspektakel: „Bezaubernd, hintergründig und bildgewaltig“ (BNN). – An drei Terminen wird die Oper mit der gleichen Besetzung wieder aufgenommen.
Händels 1736 in London uraufgeführte italienische Pastoraloper Atalanta ist eine der wenigen Opern, die seit Gründung der Händel-Festspiele noch nicht in Karlsruhe gespielt wurden. Lars Ulrik Mortensen bringt in der Christuskirche zusammen mit den Deutschen Händel-Solisten die arkadische Welt zum Klingen, in der nicht nur die Verwandlung eines Hirten in die Prinzessin Atalanta zu erleben ist, sondern auch manch angehender Star, darunter Dennis Orellana, der Sieger des 1. Farinelli-Wettbewerbs für Countertenöre 2025.
Pasticcio für junge Sängerinnen und Sänger
In diesem Festspieljahr feiert die Internationale Händel-Akademie ihr 40-jähriges Bestehen und trägt aus diesem Grund ein ganz besonderes Projekt zum Festspielprogramm bei: Unter professioneller Anleitung entwickeln sechs junge Sängerinnen und Sänger gemeinsam mit der Leitung der Händel-Akademie eine Oper auf der Grundlage des Tamerlano-Librettos von Agostino Piovene (1710). Für dieses neue Werk werden dem künstlerischen Profil der Mitwirkenden entsprechende Arien von Barockkomponisten wie Hasse, Porpora, Scarlatti, Vinci oder Vivaldi nach historischen Vorbildern zu einem Pasticcio zusammengestellt. Bajazet e Tamerlano wird im Rahmen der Festspiele im Kleinen Haus unter der Leitung von Jörg Halubek zur konzertanten Aufführung kommen.
Hochkarätig besetzte Farinelli-Gala
Da der 2. Internationale Farinelli-Wettbewerb aufgrund der qualitativ unzureichenden Bewerberlage mit großem Bedauern abgesagt werden musste, das Publikum aber im Vorfeld großes Interesse an einem besonderen Event rund um den Countergesang zeigte, präsentieren die Händel-Festspiele anstelle des Großen Finales nun ein ganz besonderes Konzert: eine hochkarätig besetzte Farinelli-Gala – Die Nacht der Countertenöre, die Farinellis Welt auf besondere Weise huldigt und von Preisträgern des 1. Farinelli-Wettbewerbs sowie weiteren prominenten Vertretern dieses Stimmfachs gemeinsam bestritten wird: Dennis Orellana (Gewinner des 1. Farinelli-Wettbewerbs, Meleagro in Atalanta), Rémy Brès-Feuillet (Gewinner des 2. Preises und des Sonderpreises für Neue Musik), Lidor Ram Mesika (Gewinner des Nachwuchspreises und Oberon in A Midsummer Night‘s Dream), Lawrence Zazzo (Titelheld in Rinaldo) und – erstmals in Karlsruhe – Bruno de Sá.
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