Die Spielzeit 2026/27 an der Bayerischen Staatsoper
Beginn der neuen Spielzeit mit dem BMW Classics Konzert und dem UniCredit Eröffnungsfest
Am Mittwoch, 16. September 2026 findet im Rahmen von Oper für alle das BMW Classics Konzert statt. Der BMW Park (ehemals Rudi-Sedlmayer-Halle) am Rande des Münchner Westparks – die sportliche Heimat der Basketballer des FC Bayern – bildet nach dem Erfolg von 2025 erneut die Kulisse für das Konzert des Bayerischen Staatsorchesters, an dem auch das Bayerische Staatsballett mitwirken wird. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist dank des Global Partners BMW und des Co-Partners HypoVereinsbank – Member of UniCredit wieder frei.
Am Samstag, 19. September 2026, feiert die Bayerische Staatsoper den Beginn der neuen Spielzeit mit dem traditionellen UniCredit Eröffnungsfest. Das Nationaltheater öffnet vom späten Vormittag bis zum Nachmittag seine Türen und hält zahlreiche Überraschungen für alle bereit.
Die Premieren: Richard Wagner - "Siegfried" und "Götterdämmerung"
Im Mittelpunkt der Spielzeit steht die Vollendung von Wagners Ring des Nibelungen. Mit Siegfried und Götterdämmerung in der Regie von Tobias Kratzer und unter der Musikalischen Leitung von Generalmusikdirektor Vladimir Jurowski wird der Höhepunkt einer Reise erreicht, auf der dem Mythos als Spiegel unserer modernen Gesellschaft eine besondere Rolle zukommt. Diese letzten beiden Teile enthüllen das Verlöschen heroischer Ideale und den Zusammenbruch der göttlichen Ordnung. Am Ende der Saison werden im Rahmen der Münchner Opernfestspiele zwei vollständige Ring-Zyklen präsentiert, die die Geschichte vom Aufstieg und Fall der Götter sinnfällig nachvollziehbar werden lassen.
Gaetano Donizettis "Maria Stuarda"
Fragen der Macht und Legitimation, aber auch die Verletzlichkeit derjenigen, die Gefangene autoritärer Systeme sind, prägen Maria Stuarda von Gaetano Donizetti, den Mittelteil seines „Tudor-Rings“. In der Regie von Francesco Micheli und unter der Musikalischen Leitung von Antonino Fogliani wird hier eine Welt porträtiert, die unter dem Gewicht von menschlichen Begierden, Ängsten und Gewissenskonflikten zusammenzubrechen droht. Die leidenschaftliche Auseinandersetzung zweier Königinnen wird zu einer Studie über Autorität, der jede Transzendenz genommen ist. Nach der Uraufführung von Brett Deans Of One Blood und Francesco Michelis Techno Queen in der Spielzeit 2025/26 wird hier ein programmatischer Faden wieder aufgenommen, an den auch Lulu Obermayers musiktheatrale Performance Königin(nen) anknüpft.
John Adams' "Doctor Atomic"
Mit Doctor Atomic wird eine moderne Ausprägung des Mythos zum Thema: Wie einst Prometheus hinterlässt der Wissenschaftler Robert Oppenheimer ein Erbe, dessen Kraft das Potenzial unumkehrbarer Zerstörung mit sich bringt. Das erste je an der Bayerischen Staatsoper aufgeführte Bühnenwerk von John Adams wird von Claus Guth inszeniert und von Gemma New dirigiert. Es findet brisanten Widerhall in der heutigen geopolitischen Lage, in der das zerstörerische Erbe der Nuklearwissenschaft erneut beunruhigend präsent geworden ist und die Frage nach moralischer Verantwortung dringender denn je gestellt werden muss.
Pjotr Tschaikowski "Mazeppa"
Fragen nach Macht, gesellschaftlicher Spaltung und Liebe in Kriegszeiten stehen im Mittelpunkt von Pjotr Tschaikowskis Mazeppa nach einer Erzählung von Alexander Puschkin. In der Regie von Dmitri Tcherniakov und unter der Musikalischen Leitung von Daniele Rustioni untersucht die Erzählung vom ukrainischen Helden Mazeppa die brutale Maschinerie der Macht und stellt ihr eine unmögliche, verbotene Liebe gegenüber. In einer Welt, die von Gewalt und Ehrgeiz beherrscht wird, erlöst diese Liebe nicht, sondern offenbart die menschlichen Kosten des Kriegs: wie Loyalitäten zerbrechen und Familien auseinandergerissen werden.
Jules Massenet - "Werther"
Der innere Zusammenbruch von Idealen nimmt in Werther von Jules Massenet eine intimere Gestalt an. In der Regie von Marie-Ève Signeyrole und unter der Musikalischen Leitung von Karina Canellakis wird hier eine Welt analysiert, in der soziale Normen und moralische „Gesetze“ die göttliche Autorität ersetzen, sich jedoch als ebenso zerstörerisch erweisen. Werthers Tragödie offenbart, was es kostet, in einer Gesellschaft zu leben, die emotionale Wahrheit leugnet.
Benjamin Britten - "Death in Venice"
Die letzte Premiere der Spielzeit findet mit Benjamin Brittens Death in Venice im Prinzregententheater statt, inszeniert von Vasily Barkhatov und dirigiert von Edward Gardner. Hier verliert sich der Schriftsteller Gustav von Aschenbach in seiner Besessenheit von einem göttlichen Prinzip der Schönheit – als unerreichbares Ideal führt sie nicht zur platonischen Transzendenz, sondern zur Auflösung des Selbst.
Die Akademiekonzerte
Auch die Spielzeit 2026/27 bietet eine Vielzahl besonderer Konzerte und Veranstaltungen an. Große Symphonik, exzellente Solisten und spannende Newcomer in den Akademiekonzerten des Bayerischen Staatsorchesters versprechen aufregende Abende mit berühmten und seltenen Werken auf den Programmen, die ein neues Licht auf vermeintlich vertraute Kompositionen werfen. Kammermusikensembles vom Klaviertrio übers Streichquartett bis zu Schlagzeugformationen werden in der Allerheiligen Hofkirche und im Cuvilliés-Theater zu erleben sein; einen Schwerpunkt bildet, aus Anlass seines zweihundertsten Todestags, das Kammermusikschaffen Ludwig van Beethovens.
