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Zur Eröffnung (6. Juni) der Richard-Strauss-Tage 2026 präsentieren die Nymphenburger Streichersolisten mit dem Pianisten Julian Riem Werke von Strauss, Ludwig Thuille und Hermann Goetz. Ein Open-Air-Matinéekonzert (7. Juni) mit Solisten der Sächsischen Staatskapelle Dresden bringt authentischen Strauss-Klang in Form von Serenadenmusik in den Kurpark. Für den diesjährigen Meisterkurs (8.–12. Juni) ist die Verpflichtung von Cheryl Studer als Dozentin gelungen. Die renommierten Gesangs-Meisterkurse der Richard-Strauss-Tage unterstreichen den Anspruch des Festivals, künstlerische Erfahrung auf höchstem Niveau an die nächste Generation weiterzureichen.
Chorwerke von Richard Strauss und zwei unbekannte Werke von Franz Strauss
Am 7. Juni geben Christina Bock und Jobst Schneiderat einen Liederabend mit selten aufgeführten späten Goethe-Liedern und den Gesängen des Orients von Strauss. Ein Gesangsabend am 8. Juni widmet sich mit Werken für Männerchor einem heute fast ausgestorbenen Repertoire. Strauss komponierte für diese Besetzung mehrere Werke. Exklusiv für das Publikum der Richard-Strauss-Tage hebt das preisgekrönte Leipziger Vokalquintett amarcord zudem Schätze aus dem Archiv des Richard-Strauss-Instituts: Neben Chorwerken für Männerchor von Gustav Mahler, Richard Strauss, Max Reger und Peter Cornelius sind erstmals zwei bislang unbekannte Männerchorwerke des Vaters von Richard Strauss zu erleben. Nachdem die Originalmanuskripte dieser beiden Stücke von Franz Strauss dem Richard-Strauss-Institut 2024 überreicht worden waren, erklingen sie nun erstmals vor Publikum.
Strauss als Kontrapunktiker
Während Johann Sebastian Bach bis heute als Großmeister des Kontrapunktes gilt, musste jeder ernsthafte Komponist die Schule dieser Kunst durchlaufen – mit wechselndem Erfolg. Die "Kontrapunktischen Studien" des Richard-Strauss-Archivs umfassen drei Hefte mit einer großen Anzahl an Kanons und Fugen aus der Feder des jungen Strauss. Sie demonstrieren eindrucksvoll den Werdegang eines jungen, ernsthaften Komponisten, der sich den teils hochkomplexen Formen der Kanon- und Fugenkomposition widmet. Viele dieser Werke erklingen erstmals öffentlich, präsentiert vom Ensemble SineQuaNon Berlin (12. Juni). Ergänzt wird der Konzertabend mit Kammermusik von Johann Sebastian Bach und Joseph Gabriel Rheinberger.
Kulinarik, Theater und Natur
Die Richard-Strauss-Tage sind kein elitärer Rückzugsort, vielmehr suchen sie aktiv den Diskurs sowie die Verbindung zur Region und ihren Menschen. Daher wird das Programm von einer Reihe weiterer Formate bereichert. Der Open-Air Konzertabend "Strauss im Park" mit der Musikkapelle Partenkirchen, der Sopranistin Ilme Stahnke und dem Partenkirchner Pianisten und Dirigenten Friedrich Szepansky (10. Juni) übersetzt Strauss-Repertoire in die Klangsprache der alpenländischen Blasmusiktradition. Eine "Klassikjause" (9. Juni) verbindet Kulinarik mit einer heiteren Lesung und Musik, während am 11. Juni angehende Köche und Servicefachkräfte des Beruflichen Schulzentrums unter dem Motto "Essen wie Strauss" Genussmomente mit einem Vier-Gang-Menü nach Originalrezepten von Pauline Strauss schaffen. Ein "Kulturfrühstück" (13. Juni) thematisiert in einer öffentlichen Diskussion anlässlich des Gedenkens an den 90. Jahrestag der IV. Olympischen Winterspiele von 1936 in Garmisch-Partenkirchen Strauss’ Rolle bei der Eröffnung der Spiele und die Olympische Hymne. Mit Patrick Süskinds Einakter Der Kontrabass steht am 13. Juni eine Theaterproduktion auf dem Spielplan. Natürlich fehlen auch die beliebten Musikwanderungen (8. und 13. Juni) nicht. Mit Bergführer Alois Lösl und zwei Musikern begeben sich die Gäste auf eine Wanderung in freier Natur und erleben musikalische Einlagen inmitten der Berglandschaft.