Akademie der Künste Berlin eröffnet das Archiv von Joachim Sartorius
Autor - Lyriker - Kulturmanager
Pünktlich zu seinem 80. Geburtstag am 19.3.2026 ist das Archiv des Lyrikers, Prosaautors und Kulturmanagers Joachim Sartorius öffentlich zugänglich. Der Schriftsteller wurde in den 1980er-Jahren mit Gedichtbänden bekannt, war Generalsekretär des Goethe-Instituts und Intendant der Berliner Festspiele. Nach eigenem Bekennen „wollte er immer ein Doppelleben führen“ und „nicht ausschließlich … schreiben“, sondern „auch aktiv in der Kulturpolitik und bei Kulturprojekten tätig sein.“
Umfangreiche Korrespondenzen, Dokumente und Fotografien
Das Joachim-Sartorius-Archiv der Akademie der Künste (https://archiv.adk.de/bigobjekt/58786) umfasst neben Werkmanuskripten seine umfangreiche Korrespondenz mit Persönlichkeiten aus Kunst, Literatur und Musik (u. a. John Ashbery, Jurek Becker, Nan Goldin, Rebecca Horn, Ilya Kabakov, Péter Nádas, Luigi Nono, Cees Nooteboom, Orhan Pamuk, Karlheinz Stockhausen, Emilio Vedova und Robert Wilson). Ergänzt wird das Archiv durch Notiz- und Tagebücher sowie Unterlagen zu kuratorischen Projekten und Übersetzungsarbeiten, biografische Dokumente und Fotografien. Einen Einblick in die Werkstatt des Schriftstellers und die inhaltliche Breite des Œuvres gibt eine Auswahl der Notizbücher und Manuskripte, die online zugänglich ist (https://digital.adk.de/joachim-sartorius-notizbuecher-und-werkmanuskripte).
Zur Biografie von Joachim Sartorius
Geboren in Fürth, wuchs er als Sohn eines Diplomaten in Tunesien, Kongo und Kamerun auf. Nach dem Studium der Rechts- und Politikwissenschaften arbeitete er von 1974 bis 1986 im diplomatischen Dienst in New York, Ankara, Bonn und Nikosia. Danach wirkte er erfolgreich als Kulturvermittler in verschiedenen Positionen. 1986 ging er als Leiter des Künstler-Austauschprogramms des DAADs nach Berlin und erlebte die Stadt und ihre Kunstszene während der prägenden Jahre der deutschen Wiedervereinigung. Von 1992 bis 1994 stand er als Vizepräsident dem Kulturbeirat der EG-Kommission in Brüssel vor, war von 1996 bis 2001 Generalsekretär des Goethe-Instituts in München, von 2001 bis 2011 Intendant der Berliner Festspiele und von 2014 bis 2018 Kurator des Hauptstadtkulturfonds Berlin. 1988 erschien seine erste Gedichtsammlung Sage ich zu wem. Seitdem hat er zahlreiche Lyrikbände vorgelegt, Reiseliteratur verfasst sowie publizistische Texte zu Poesie und bildender Kunst. Sein neuer Gedichtband Die besseren Nächte ist soeben erschienen.
Regelmäßig stellte er Lyrik aus aller Welt in Tageszeitungen, wie z. B. der Frankfurter Allgemeine Zeitung, vor. Er war als Nachdichter und Übersetzer tätig und veröffentlichte als Herausgeber Lyrikanthologien sowie Werkausgaben von William Carlos Williams und Malcolm Lowry. Joachim Sartorius ist Mitherausgeber der Zeitschrift Sprache im technischen Zeitalter, Mitglied des P.E.N.-Zentrums Deutschland und der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.
