Unermüdlich ist das Duo Praxedis, das nach den gemeinsamen Vornamen der beiden Musikerinnen benannt ist, auf der Suche nach Kompositionen für ihre Besetzung: Harfe und Klavier. Jetzt haben sie Joseph Woelfl (1737-1796) entdeckt, der zu Zeiten von Mozart und Beethoven in Wien, Warschau, Paris und London als Lehrer, Pianist und Komponist Furore machte – unter anderem durch einen Klavierwettstreit mit Beethoven, in dem er nicht schlechter als letzterer wegkam. Er hat nicht nur sieben Opern, sieben Symphonien, elf Klavierkonzerte, unzählige Klavier- und Kammermusiken komponiert, sondern auch Werke für Harfe und Klavier, die alle auf dieser üppigen (82 Spielminuten!) Aufnahme versammelt sind. Immerhin hat Woelfl (der sein ursprüngliches „ö“ im Namen durch das international verständlichere „oe“ ersetzt hat) von guten Lehrern gelernt, nämlich von Leopold Mozart und Michael Haydn.
Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit sowie der orthographischen und grammatikalischen Korrektheit wird auf die Praxis der verkürzten geschlechterspezifischen Differenzierung verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung gleichermaßen für alle Geschlechter.
Gedenkkonzert für Herbert Blomstedt am 10.11.2026
Andris Nelsons leitet das Sonderkonzert des Gewandhausorchesters Leipzig
Herbert Blomstedt, Foto: Rene Larsson
Das Gewandhausorchester nimmt am Dienstag, 10. November 2026, um 19.30 Uhr, im Großen Saal des Gewandhauses mit einem Gedenkkonzert Abschied von seinem langjährigen Gewandhauskapellmeister und Ehrendirigenten Herbert Blomstedt, der am 4. November 2026 verstorben ist. Gemeinsam mit dem Publikum möchten die Musikerinnen und Musiker dem außergewöhnlichen Künstler und Menschen gedenken, der das Gewandhausorchester über Jahrzehnte geprägt hat und mit dem sich viele Leipzigerinnen und Leipziger in besonderer Weise verbunden fühlen. [07.11.2026]
Bayerische Staatsoper: Umbesetzung in "Maria Stuarda"
Marina Rebeka übernimmt die Titelpartie aufgrund der Absage von Nadine Sierra
Marina Rebeka, Foto: Janis Deinats
Aus gesundheitlichen Gründen hat Nadine Sierra ihre Mitwirkung an der Neuproduktion Maria Stuarda an der Bayerischen Staatsoper abgesagt. An ihrer Stelle wird Marina Rebeka die Titelpartie in den Vorstellungen am 20., 23., 27. und 30. Dezember 2026 sowie 2. Januar 2027 übernehmen. Marina Rebeka studierte Gesang in ihrer Heimatstadt Riga und in Rom. Der internationale Durchbruch gelang mit ihrem Debüt bei den Salzburger Festspielen 2009 als Anaï in einer Neuinszenierung von Rossinis Moïse et Pharaon. [07.11.2026]
Inmo Yang übernimmt Konzert von Veronika Eberle am 8.11.26
Dalia Stasevska leitet das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin
Inmo Yang, Foto: Sangwook Lee
Veronika Eberle musste ihre Mitwirkung an dem Konzert am Sonntag, den 8. November in der Berliner Philharmonie aus gesundheitlichen Gründen bedauerlicherweise absagen. Das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin (DSO) konnte kurzfristig den Geiger Inmo Yang dafür gewinnen, die Solopartie im Violinkonzert von Jean Sibelius zu übernehmen. Das Programm bleibt somit unverändert: Zur Eröffnung erklingt Anna Thorvaldsdottirs Stück Archora gefolgt von Sibelius’ Konzert. Den Abend beschließen György Ligetis Atmosphères und John Luther Adams’ Become Ocean. [07.11.2026]
Zwei Weihnachtsbäume im Aalto-Theater erfüllen Kinderwünsche
Gemeinsame Aktion mit dem Diakoniewerk Essen startet am 07. November
Weihnachtsbaum-Aktion im Essener Aalto-Theater, Foto: TUP
Die traditionelle Wunschbaum-Aktion im Essener Aalto-Theater ist auch in diesem Jahr ein fester Bestandteil der Vorweihnachtszeit. Die gemeinsame Initiative des Aalto-Theaters und des Diakoniewerks Essen erfüllt die Weihnachtswünsche von Kindern, deren Familien kaum finanzielle Mittel für Geschenke haben. In diesem Jahr wird es sogar erstmals zwei Bäume geben, an denen die Wünsche hängen: Ein Baum befindet sich wie gewohnt im Foyer und ist im Rahmen der Opern- und Ballettvorstellungen zugänglich. Der zweite Baum wird im Kassenbereich aufgestellt und ist somit auch außerhalb des Vorstellungsbetriebs für alle Besucher während der Öffnungszeiten der Kasse erreichbar. [07.11.2026]
Was Johann Strauß für Wien und Jacques Offenbach für Paris ist, ist Paul Lincke für Berlin: Er ist der „Vater“ der Berliner Operette. Geboren wurde er am 7. November 1866 in Berlin. Sein Vater August Lincke war Magistratsdiener und spielte als Geiger in mehreren kleinen Orchestern. Er starb, als sein Sohn Paul erst fünf Jahre alt war. Nach der Realschule trat er in die Wittenberger Stadtmusikkapelle ein und erlernte dort mehrere Instrumente. Am Central-Theater in der Alten Jakobstraße erhielt er 1884 ein erstes Engagement als Fagottist. Nach einem Jahr wechselte er ins Orchester des Ostend-Theaters in der Großen Frankfurter Straße. Er verliebte sich in die 16-jährige Soubrette Anna Müller, die er 1893 heiratete. Bereits mit 19 Jahren wurde er Theaterkapellmeister und Musikverleger.
Joan Sutherland, vor 100 Jahren am 7. November 1926 in Sydney geboren, wurde von ihren Bewunderern in aller Welt „La Stupenda“ – die Fabelhafte – genannt. Für Luciano Pavarotti war sie nichts weniger als „die Stimme des Jahrhunderts“. Sie galt als große Antipodin zur drei Jahre älteren Maria Callas. Ihre Ausbildung erhielt sie zunächst von ihrer Mutter und studierte anschließend bei John und Aida Dickens. 1951 ging sie nach London, um sich an der Royal Academy of Music zu perfektionieren. Bereits ein Jahr später debütierte sie am Londoner Opernhaus Covent Garden als Erste Dame in Mozarts Zauberflöte. Dort arbeitete sie mit ihrem späteren Mann, dem Dirigenten Richard Bonynge, der wie sie aus Australien stammte. Er entdeckte und formte das einzigartige Potenzial ihrer Stimme und machte sie zur „traumsicheren Bezwingerin der vokalen Stratosphäre. Unerreicht ist die Unfehlbarkeit und die Fantasie ihres Singens.“ (Die Welt)